Die Chronik des „Baesweiler Lauftreff e.V.“

(1977 bis 2015)

erzählt von Heinz Kutschker, Generation der Gründer

Heinz Kutschker

Das Foto zeigt Heinz Kutschker. Seit 1977 begleitet er den Baesweiler Lauftreff e.V. mit seiner Kamera und einem Bleistift, der nicht länger als zwei Zentimeter ist. Dieser Stift lauert in seinem Portemonnaie und hält mit seiner Spitze wichtige Augenblicke des Vereinslebens für die Gemeinschaft fest. Jeder freut sich über seine Fotos und über seine Reden, oft kunstvoll in Reime nach dem Motto „Noch ein Gedicht“ gefasst oder als Rede, die wichtige Augenblicke der Vereinshistorie darstellt. Dieses „Gedächtnis des Vereins“ ist als ein großes Geschenk zu werten.

So wird Vergangenes wieder     lebendig und regt an, ähnliche Wege zu gehen. Vergessen darf    man nicht einüben. Es entwertet die eigene Leistung.

Wie bei vielen Anlässen in all den Jahren hielt Heinz Kutschker bei der Mitgliederversammlung am Montag, den 1.Februar 2016 eine Rede, die die Entwicklung des Baesweiler Lauftreff e. v. durch vier Jahrzehnte aufzeigte.

Im Anschluss an die Rede überreichte Heinz-Willi Bergs, 2.Vorsitzender, an Helmut Heuschen eine Stele. Auf ihr hatte Heinz-Willi Bergs folgende Inschrift eingravieren lassen:

Der Baesweiler Lauftreff dankt Helmut Heuschen für seine außerordentlichen Leistungen im Ausdauersport und einer vorbildlichen Leitung des Baesweiler Lauftreff e.V.

Den Text dieser Rede haben Heinz Kutschker und Helmut Heuschen im Nachhinein nochmals überarbeitet und aus der Chronik des Vereins mit Bildern und weiteren Details bereichert. So ist eine unterhaltsame und bunte Vereinschronik entstanden.

Der Anfang war ein Urknall

Im Sommer 1977 lief Helmut Heuschen, Sportlehrer und Fußballtrainer, mit Willi Timmermanns erstmals durch das Baesweiler Feld. Willi Timmermanns, damals um die 50, klagte sehr unter Atemnot und andere Leiden, die er als junger Mensch aus dem 2.Weltkrieg nicht überwunden hatte. Viele Besuche bei Ärzten und Heilpraktikern konnte ihm nicht so helfen, wie er es für sich wünschte. Heftig setzten ihm die Krankheiten im beruflichen Alltag als Betriebsprüfer des Finanzamtes zu.

Durch die Ausdauerläufe erlebte Willi Timmermanns, wie manches Symptom durch die „Sauerstoffdusche“, wie Prof. Hollmann von der Sporthochschule Köln die Wirkung des langsamen Laufens nannte, verschwand. So machte Willi die gleiche Erfahrung wie Helmut, der sein Bronchialasthma ab dem 12.Lebensjahr (1954) durch tägliches Ausdauerlaufen überwunden hatte.

Willi Timmermanns, heute 89 Jahre, konnte wie kaum jemand anders, Menschen für das Laufen begeistern. So ließen sich von Monat zu Monat weitere Läuferinnen und Läufer von diesem Bazillus anstecken. Neben Sohn Markus feuerte er Helmuts Frau Renate an. Nach wenigen Monaten folgten schon der zunächst kleinen Schar viele Menschen aus Baesweiler.

Das gemeinsame Motto vereinigte sie, in der Woche mehrmals in der Parkstraße aufzutauchen. „Laufen ohne zu schnaufen“ oder „Puls 130“ oder „Gesundheit braucht regelmäßige Bewegung“ waren die Kurzfassungen der gegenseitigen Ermutigungen.

Zu den Laufbegeisterten der ersten Stunde gehörten auch Dechant Bernard Stommel und Kaplan Kretz von der Pfarre St. Petrus, Baesweiler. Ebenfalls schloss sich der laufbegeisterte Stadtdirektor Karl-Josef Leyendecker an. Auch die Sportlehrerinnen und Sportlehrer der weiterführenden Schulen fanden sich am Sportpark ein. Für viele Eltern und Schüler wurden sie zum Vorbild.

Dem ersten Mitteilungsblatt, was der Lauftreff herausgab, gab man den Namen „ Lauffeuer“, da sich die Schar von Läufern in der Parkstraße von Monat zu Monat erhöhte in dem Maße, wie ein Lauffeuer sich verbreitete.

Nach etwa drei Jahren trafen sich über 100 Läuferinnen und Läufer in der Parkstraße. Für manchen Traktor gab es da kein Durchkommen. Selbst Bürgermeister Hans Plum als Landwirt hatte das geduldige Zuschauen, bis Platz zur Durchfahrt war. Über diese Bewegung freute er sich sehr und sponserte eine blaue Bank zum Eingang des Wasserspielplatzes, die heute noch dort steht.

Sie diente nicht dem Ausruhen. Einzelne Läuferinnen und Läufer stiegen auf die Bank und warben für ihre Strecken. Auf diese Weise ergaben sich durch Selbstorganisation gruppeninterne Strukturen. Zuerst starteten die schnellen Läufer über 10km, nun schlossen sich die 7er an, zuletzt übernahm in der Regel Helmut die Neulinge.

Strukturen geben Ordnung

Am 1. September 1978 akzeptierte der traditionsreiche „Sportverein Baesweiler 09“ den Lauftreff als eigenständige Abteilung. Ebenfalls am 1. September 1978 wurde der Baesweiler Lauftreff deutschlandweit registriert, so beim Deutschen Sportbund in Darmstadt und beim Leichtathletikverband in Duisburg, (LVN).

Helmut überzeugte mich über den gesundheitlichen Wert des langsamen Laufens. Wenn die Laufgruppe am Sonntagmorgen in der Parkstraße vor der blauen Bank stand, warb die Gruppe mich zur Teilnahme. Lange konnte ich nicht widerstehen. So starteten wir, meine Frau Erika Kutschker und ich, zum ersten Mal am 08. November 1978 in das Laufabenteuer im Baesweiler Stadion. Fast 40 Jahre sind wir nun ununterbrochen in der für uns und für viele Bürgerinnen und Bürger geschätzten Großgruppe.

Im Schutz des Stadions überwintern

Der Lauf durch die Felder ging jährlich im Herbst zu Ende. Mit dem 1. November zog der Baesweiler Lauftreff aus den Feldern in das Stadion. Hier hatten die Läuferinnen und Läufer ihre Sicherheit. Während der Rübenkampagne waren in der Dunkelheit viele Läuferinnen und Läufer oft gestolpert oder sogar heftig gestürzt.

Die Termine waren mittwochs, freitags um 19.00 Uhr und sonntags um 8.00 Uhr. Später kamen noch der Montagabend, und ab dem 11. Mai 2006, der Donnerstag um 8.30 Uhr dazu. Der Hintergrund, zu diesem Rhythmus in der Woche zu laufen, war die Entdeckung von Prof. Dr. Hollmann. In seiner Sauerstoffforschung im Blut von Herzinfarktpatienten fand er heraus, dass es für den Organismus des modernen Menschen gut ist, wenn er dreimal in der Woche eine „Sauerstoffdusche“ nimmt.

In den ersten drei Jahren entwickelte sich die Laufgruppe bis über 100 Sportlerinnen und Sportler. Ende 2000 zählte man 200. Die Trainingsbeteiligung war riesig. Bei jedem Treffen kamen 60 bis 100 Personen. Wir konnten schon von einem Lauffieber sprechen.

Die Hausärzte in Baesweiler begrüßten mit und mit diese „Medizin“. Viele Teilnehmer fühlten sich wohl. Ihre Migräne minderte sich, Allergien wurden weniger, die Empfindlichkeit gegenüber Erkältungskrankheiten nahm ab, das gewünschte Gewicht wurde erreicht, die Blutwerte besserten sich. So war man über sich selber stolz, für sich etwas Gutes getan zu haben. Das Laufen gegen die Uhr fand wenig Anhänger. Das Erleben des aeroben Trainings, Sauerstoff +, vertrieb das Laufen mit hängender Zunge aus dem Hals. Zertifizierte Lauftreffs wie der Baesweiler Lauftreff e.V. sind hierfür ein sicherer Garant.

Gewünschter Partner

Im Jahr 1999 ging der SV 09 Pleite. Als Nachfolger wurde der Jugendsportverein „JSV 09 Baesweiler“ gegründet.

Im Februar 2000 beschloss der Baesweiler Lauftreff in einer Versammlung, dem JSV Baesweiler geschlossen beizutreten.

Drei Jahre später gab es unfassbare Probleme mit den Finanzen. Die Gelder der Lauftreffmitglieder wurden nicht so verwaltet, wie man es 2000 vereinbart hatte.

Alle unsere Mitglieder verließen mit und mit den Jugendsportverein, obwohl man sich in seinem Gesamtkonzept mit viel Eigenverantwortung sehr wohlgefühlt hatte.

Selbst ist der Verein

Eine Arbeitsgruppe um Helmut Heuschen arbeitete mit Hilfe von Fachangestellten des Amtsgerichtes Aachen eine eigene Satzung aus.

Aufgrund dieser Satzung beschloss eine 66köpfige Gruppe in der Mitgliederversammlung als Gründungsversammlung am 14. November 2004, den „Baesweiler Lauftreff e.V.“ als eigenständigen Verein ins Leben zu rufen.

Seit dem standen wir auf gesunden Füßen: personell, finanziell, strukturell und organisatorisch.

Aktivitäten am laufenden Band

Michael Arlt beim Aufwärmtraining zum Silvesterlauf 2013

1979 bis 1996, jeweils beim Wechsel vom Stadion ins Feld, gab es von der AOK Stolberg den sogenannten „Trimm-Trab ins Grüne“ mit kleinen Geschenken, wie Trimmtaler, T-Shirts, Zahnbürsten, natürlich auch Pflaster.

Den 1. Silvesterlauf startete man am 31. Dezember 1980 um 14.00 Uhr auf dem Kirmesplatz mit 13 Läufern. Zwischenzeitlich hatten wir schon mal über 70 Teilnehmer.

Beim letzten Lauf 2015 waren wir fast 50 Sportler. Eine Tradition, auf  die Lauftreffler stolz sind.

Sie berücksichtigten hiermit ökologische Aspekte und natürlich auch kosteneinsparende Gesichtspunkte:

keine weiten Fahrten, keine Gebühren bei den externen Silvesterläufen, jedoch viel Gemeinschaft auf lokaler Ebene.

Eine lebendige Organisation

Die Fahrradtour der Stadt „Rund um Baesweiler“, nahm Helmut zum Anlass, mit den Läufern vom  Stadion Baesweiler aus  zeitlich vor den Radlern, die an der Realschule in Setterich starteten, die gleiche Strecke zu laufen.

Am 17. Juni 1981, dem „Tag der Deutschen-Einheit“, ging es dann los. Circa 26 Km wurden problemlos von 12 Teilnehmern bewältigt. Nach der Wiedervereinigung startete die Stadt Baesweiler dieses Sportereignis ab 1991 am Christi -Himmelfahrtstag. Das ist bis heute so.

Bis zu 50 Teilnehmer konnten wir oft zählen. Helmut holte im Vorfeld die Bons für die Gulaschsuppe im Sportamt ab, der Betriebshof stellte Bänke und Tische unter die Tribüne im Stadion. Jedem war der Beifall beim Einlauf ins Stadion sicher.

Die Strecken über 20 Kilometer verlangten schon viel von jedem, vor allen die 10 Kilometer zwischen Floverich und Oidtweiler, die in der Regel gegen den Nordwestwind gelaufen werden mussten. So waren die Getränkestände der Parteien im Rat der Stadt für eine kurze Pause und einen kühlen Trunk eine wichtige Oase.

Krankenkassen nach den Präventionsgesetzen stets dabei

Viele Lauftreffs gründeten die Bürger in den 70er und 80 Jahre bundesweit und die Volksläufe wurden mit Eifer organisiert. Fast hinter allen steckten die Krankenkassen.

So auch hinter dem „Staffellauf „Quer durch NRW“ 1981.

Wir nahmen mit 100 Läufern teil. Die erste Etappe führte von Würselen bis Alsdorf-Zopp, von dort ging die Etappe 2 bis St .Andreas in Setterich, die 3. Etappe weiter bis Linnich. Wegen unserer großen Beteiligung lud das NRW- Kultusministerim uns 1982 ein, die Abschluss-Etappe von Waldniel, der Heimat vom „Laufpapst“ Dr. van Aaken, zum Stadion nach Rheydt, zu laufen.

Dr. van Aaken förderte vor allen Dingen das Langstreckenlaufen der Frauen.

Mit mehreren Mannschaftswagen transportierte uns das Deutsche Rote Kreuz in die Nähe des Stadions. Im Sternlauf liefen wir dort mit vielen Gruppen aus Nordrhein-Westfalen ein.
Wir erlebten alle ein unvergessenes Abschlussfest mit mehr als 500 Seniorensportlern aus ganz Nordrhein-Westfalen.

Ein einmaliges Projekt beginnt

Auf Initiative von Helmut startete am 26. Juni 1989 in Zusammenarbeit mit der AOK und der Stadt Baesweiler der 1. Aktiv-Urlaub.

 

In NRW-weit und auch Bundes-weit ist Baesweiler die einzige Stadt, die so etwas veranstaltet.

Der 27. Aktivurlaub wurde zum Beispiel mit gut 3500 Teilnehmern am 10. Juli 2015 abgeschlossen.  

Seit 1994 ist der Baesweiler Lauftreff bei der Baumpflanzaktion der Stadt dabei und hat seit dem über 200 Bäume gepflanzt.

1994 wurde im Baesweiler Lauftreff das Walken eingeführt. Der Referent war Klaus Schulz vom LVN, NRW. Im Jahr 2000 kam dann Nordic-Walking dazu. Diese neuen Bewegungsformen fanden lokal wie national viele Anhänger.

Baesweiler Lauftreff fördert Fortbildung

Helmut auf der Teststrecke mit Videoaufnahmen auf dem Sportplatz der Realschule Setterich, Zentrum der dezentralen Fortbildung des LVN

.Am 16. August 2002 berichtete sogar der „Westdeutsche Rundfunk“  im Fernsehen aus Baesweiler über das Projekt“ Aktion für alle, gesünder leben mit Sport“
Der Träger war der Landessportbundes NRW im Auftrag des Familien-und Gesundheitsministeriums   in Düsseldorf . Zweimal erlebten die Stadt Baesweiler und die Region diesen Beitrag des Landes.

Ab 2001 ist der Baesweiler Lauftreff „Dezentrales Fortbildungsinstitut“ vom Leichtathletik-Verband-Nordrhein (LVN). Über    100 Teilnehmer aus der Städte Region Aachen nahmen an den Basiskursen für Lauf, Walking und Nordic Walking teil. Über das Sportamt der Stadt Baesweiler konnte die städtische Realschule als Fortbildungsort gefunden werden. Die Räumlichkeiten wie Tagungsräume, Küche, 3-Fach-Turnhalle, Sportplatz erwiesen sich als ideal. Dies stellten auch stets die Referenten des LVN heraus.

Über 20 Betreuerinnen und Betreuer begleiteten danach fachlich Einzelpersonen und Gruppen im Baesweiler Lauftreff e.V.

Mit Grenzen leben und anerkennen

Eine neue Tradition kam 2001 zu allen Events dazu.

Am 3. Adventssonntag holten zwischen 7 bis 40 Sportler das Friedenslicht von Aachen in das Pfarrheim St. Petrus. In einem ökumenischen Gottesdienst trugen es danach die Christen in die Friedenskirche der evangelischen Kirchengemeinde.

Das Friedenslicht wird seit 1986 in Geburtsgrotte in Bethlehem entzündet und von österreichischen Pfadfindern nach Wien gebracht.

Dort holen es Pfadfinder aus Europa und aus Übersee für ihre Bistümer ab.

Leider wurde der Lauf von Aachen nach Baesweiler zu St. Petrus und zur Friedenskirche im Jahr 2015 wegen zu hoher Kosten und wegen der großen Auflagen der Versicherungen eingestellt.

Beim Aussendungsgottesdienst vom Friedenslicht, in St. Petrus, am Sonntag 13.12.2015, lobte der Diakon Udo Haak den Lauftreff für den besonderen  Einsatz, in 15 Jahren bei Wind und Wetter das Friedenslicht nach St. Petrus geholt zu haben. Über 300 Teilnehmer hatten sich in diesem Zeitrahmen der stillen Pilgerschaft angeschlossen. Margret Nussbaum, Journalistin aus Baesweiler, würdigte häufig diesen Beitrag zum Frieden durch ihre Berichte in der lokalen Presse sowie in der Kirchenzeitung des Bistums Aachen.

Stadt Baesweiler und Lauftreff –Städtepartnerschaft

In drei Tagen und Nächten rollten die Mannschaften von Baesweiler nach Montesson. Ausgezeichnete Vorbereitung durch die Teams. Selbst bergauf wird gelächelt.)

2004 gab es den Freundschafts- Staffellauf von Baesweiler zu unserer Partnerstadt Montesson, einem Stadtbezirk von Paris.

24 Teilnehmer machten sich auf den Weg über 650 Km und wurden dort freudig vor dem Rathausplatz in Montesson begrüßt. Innerhalb von drei Tagen und Nächten schafften die Baesweiler Laufmannschaften diese Strecke.

Hierzu schrieb jedem Teilnehmer in die Erinnerungsurkunde Prof. Dr. Linkens

„Im Namen von Rat und Verwaltung der Stadt Baesweiler, aber auch persönlich, danke ich Ihnen recht herzlich dafür, dass Sie durch die  Teilnahme an dem Freundschaftslauf einen wichtigen Beitrag zur Förderung der Völkerverständigung leisten.“

Freunde nah und fern

Von 2005 bis 2015 ging es zu den Sportteufelchen nach Bad Neuenahr zum Laufen und Walken durch die Weinberge. Leider ist jetzt Schluss. Die Kosten können von den Sportteufelchen ohne Sponsoren nicht mehr getragen werden.

Neue Heimat

Eine stolze Mannschaft nach dem 1.Internationalen CAP-Lauf 2008 zur Einweihung des Parkes. 15.000 Gäste und 800 Sportler. Ein regionales Großereignis!

Am 09. August 2008 haben wir am Carl-Alexander-Park, in der ersten Etage des „Roten Hauses“, eine Heimat gefunden. Eine Küchenzeile konnten wir einbauen. Hier finden nun regelmäßige Beratungen der verschiedenen Gremien im Lauftreff statt. In kleinen Gruppen fühlen wir uns auch dort wohl, um uns nach sportlichen Betätigungen zu erholen.

Vorher, am 25. Mai 2008, wurde der 1. CAP-Lauf gestartet, vier sollten ihm noch folgen. Die Läufe waren alle erfolgreich und aus der ganzen Region sehr gut besucht. Vor allem 400 bis 600 Kinder und Jugendliche waren begeistert dabei. Auch hier stiegen die Kosten und die ganze Organisation überstieg auf die Dauer den Kostenrahmen. 2012 gab es den letzten Startschuss. Insgesamt besuchten 3.500 Sportler und 10.000 Gäste unseren sehr beliebten internationalen Carl-Alex-Park –Lauf.

Menschen aus der Euregio, aus vielen Bundesländern, sogar aus den USA, Belgien und den Niederlanden begaben sich hier an den Start, um die sehr anspruchsvolle Strecke zu meistern. Vor allem der Anstieg auf das Bergplateau zählte zu den Herausforderungen, die viele an ihre Grenzen brachte.

Gesunde laufen für Kranke- ein durchgehendes Prinzip

Mit 40 Helferinnen und Helfern konnte Dietmar Pfeiffer die 24 Stunden über 146 Kilometer meistern. Das Wetter war in der Nacht so katastrophal. Übermenschlich.

Ein ganz besonderer Event fand am 28. und 29. Juni 2014 am CAP statt. Dietmar Pfeiffer, ein Liebhaber von Ultraläufen, startete ein 24 Stunden Nordic-Walking für einen guten Zweck.

Trotz des sehr miesen Wetters hielt er durch und schaffte 146 Km. Er hat ein großes Lob verdient. Allen 40 Betreuern gilt hier ein großer Dank für Ihre Unterstützung. 70 Bürgerinnen und Bürger, einschließlich Bürgermeister Dr. Willi Linkens, fieberten dem Start entgegen. Um 12.00 Uhr am folgenden Sonntag säumten dann über 130 Gäste den Weg bis zum Zieleinlauf. Über 2000 Euro an Spenden kamen ein.

Feiern –ein besonderer Baustein im Lauftreff

Unser „Pianist Manni“ neben seinem Klavier. Er überzeugte die Besitzerin Frau Mohn davon, dass das Klavier in seiner Garage besser aufgehoben sei. Noch wartet die Welt auf die erste Aufführung. Hier die engagierte Mannschaft, die die Scheune vorbereitete

Das Gesellschaftliche kam auch nicht zu kurz. Sommerfeste, teilweise mit Grillen,  zum Beispiel an der Friedensschule, in Puffendorf im  Quirinushof in Puffendorf, im Restaurant „ Alte Schmiede“, im Tennisclub mit Mirco oder wie zuletzt am Roten Haus im Carl-Alexander-Park.

(Lothar Franzen dekorierte den Raum mit langen roten Tüchern im mittelalterlichen Stil. Streng und fürstlich. Viel Purpurrot!)

Fortbildung, Sport und Geselligkeit sind Freunde

Die Wochenendfahrten  in die Jugendherbergen nach Rurberg und  Nideggen,  zum Mitternachtslauf in Kröv, oder in die Sporthotels nach Euskirchen und Erkensruhr stärkten das Gemeinschaftsgefühl, vergrößerten das Wissen um die Gesundheit durch den Ausdauersport  und führten durch romantische Naturlandschaften rund um den Rursee im Nationalpark Eifel.

An das Frühstückswalken sollte man sich auch erinnern. Die Ziele: Erzählkaffee Beeck oder Aldenhoven.

Auch Jubiläen wurden gefeiert. Am 07.12.2003 im Pfarrheim 25 Jahre und am 08.09.2013 in der Burg Baesweiler, 35 Jahre Lauftreff. Stets war die Schar der Gratulanten groß.

Am 24.08.2002 im Stadion feierte Helmut im strömenden Regen seinen 60., und am 01.09.2012 im Pfarrheim Setterich lud er zu seinem 70. Geburtstag ein.

Lokale, regionale und bundesweite Anerkennungen

Einige Ehrungen dürfen aber auch nicht vergessen werden:

Am 04 Juli 1995 verlieh die AOK Stolberg den Gesundheitspreis für das Projekt „Aktivurlaub in Baesweiler“ an Helmut Heuschen. Unter 19 Projekten setzte sich dieses Projekt als Sieger durch.

2003 erhält der Lauftreff das Gütesiegel „Sehr gut“ von der Deutschen Ärztekammer in Verbindung mit dem Deutschen Leichtathletik-Verband. Hierzu war eine umfangreiche Dokumentation notwendig.

Die silberne Ehrennadel des Leichtathletik- Verbandes Nordrhein erhielt Helmut am 01.08.2003. Es folgte am 08.05. 2011 die Goldene Ehrennadel.

Am 25. Mai 1998 bekam Helmut die Bundesverdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland, verliehen vom damaligen Bundespräsiden Prof. Dr. Roman Herzog.

 

Vom jetzigen Bundespräsidenten Joachim Gauck erhielt Helmut das Bundesverdienstkreuz am Bande am 23.02.2015 in einer sehr bewegenden Feier im Haus der StädteRegion Aachen. Seine ehrenamtlichen Leistungen, unter anderem auch im Sport, wurden so in aller Öffentlichkeit vor einem nationalen und internationalen Gremium gewürdigt.


Natürlich kann niemand alleine diese Werke schaffen Stets haben viele Leute mitgeholfen. So wirken zum Beispiel beim jährlichen Aktivurlaub an 100 Personen ehrenamtlich mit, damit 4000 bis 6000 Teilnehmer Möglichkeiten zur Gesundheitsprävention bekommen.

Diesen Gedanken äußerte auch Helmut Heuschen am 28.Februar 2015 im Restaurant „Blumenhof“ vor 100 Gästen, die seine Ehrung zur Verleihung des Bundesverdienstkreuzes am Bande feierten.

Hier bezog er sich auf ein Gedicht von Bertold Brecht:

„Fragen eines lesenden Arbeiters“

Wer baute das siebentorige Theben? In den Büchern stehen die Namen von Königen.

Haben die Könige die Felsbrocken herbeigeschleppt? Und das mehrmals zerstörte Babylon. Wer baute es so viele Male auf?

In welchen Häusern des goldstrahlenden Lima wohnten die Bauleute? Wohin gingen an dem Abend, wo die Chinesische Mauer fertig war, die Maurer?

Das große Rom ist voll von Triumphbögen. Wer errichtete sie? ......

Der junge Alexander eroberte Indien. Er allein?

Cäsar schlug die Gallier. Hatte er nicht wenigstens einen Koch bei sich.“

Dank an alle und insbesondere

Einen besonderen Dank möchte ich   heute an einige Personen richten. Da ist als Erstes seine Ehefrau Renate, die ihm bei seinen Reisen als Dozent an einer internationalen Sommerschule (ICASSI) und sonst auch gut geholfen und vertreten hat.

Als nächstes danke ich dem Vorstand sowie dem ORGA-Team des Vereins, das aus dem Stand den internationalen Carl-Alex-Park-Lauf auf ein hohes Niveau organisierte.

Mein Dank und meine Anerkennung gilt der insgesamt großen Schar an helfenden Menschen innerhalb und außerhalb des Baesweiler Lauftreff e.V.

Bei der Fülle von Daten habe ich hoffentlich nichts und niemanden vergessen.

Mit meinem 2 cm langen Bleistift habe ich alle Ereignisse sorgfältig notiert.
So, das war die Geschichte des Baesweiler Lauftreff e.V. aus meiner Sicht.

„Glück Auf“

und wünsche dem Lauftreff für die Zukunft alles Gute.

Euer        Heinz Kutschker